Den Neubau in der Neu-Ulmer Bahnhofstraße ziert seit Samstag eine spektakuläre Skulptur
Auszug aus Südwest Presse - 27. August 2007
Das Werk des Künstlers Bernar Venet stellte die Architekten vor besondere Herausforderungen
Bis jetzt schaute die Region gebannt auf die Neue Mitte in Ulm, doch seit Samstag hat auch Neu-Ulm einen echten Hingucker: Mit großem Aufwand wurde eine 37 Meter hohe Stahlskulptur des Künstlers Bernar Venet am Neubau in der Bahnhofstraße montiert.
Kein Zweifel: Es ist ein überragendes Werk. Zumindest was die Dimensionen angeht. Der Bogen aus Stahl tritt in knapp drei Metern Höhe aus dem Gebäude heraus, wölbt sich über die gesamte Fassade und ragt über sie hinaus in den Himmel. Mit Kränen und schwerem Gerät wurde die Skulptur des in Frankreich geborenen und in New York lebenden Künstlers Bernar Venet am Samstagmorgen am Gebäude montiert, an jenem Bürokomplex, den der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Werner Schneider als Hauptfirmensitz an der Ecke Reuttier Straße/Bahnhofstraße in Neu-Ulm bauen lässt.
An Stelle des „Scharfen Ecks“ gibt es nun also das „Venet-Haus.“
Den Kontakt zwischen Schneider und Venet hatte der Ulmer Galerist Bernd Geserick hergestellt, der den Künstler vertritt. Venet ließ den 37 Meter hohen und knapp 14 Tonnen schweren Stahlbogen mit rostiger Oberfläche in Belgien herstellen und von einer Spezialfirma aus Südfrankreich, die sonst Yachten ans Mittelmeer transportiert, nach Neu-Ulm fahren. Dort lagerte er eine Nacht lang neben dem Neubau in der Reuttier Straße, die wegen der Bahntieferlegung in diesem Abschnitt derzeit gesperrt ist, bevor er am Samstag montiert wurde.
Mit dem Ergebnis sind Bauherr, Architekt und Galerist sehr zufrieden. Die völlige Einheit von Kunst und Gebäude sei etwas ganz Besonderes, „fast eine Weltpremiere“, sagt Geserick, „der Neuen Mitte ebenbürtig“. Nething formuliert es so: „Ulm hat seine neue Mitte, Neu-Ulm hat seine Ecke.“ Das „Scharfe Eck“ allerdings ist Vergangenheit.